Lyrics, Poetry, Musik, Illustration und Alltägliches in virtueller Satire

Soll das hier ein Blog sein?


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Ein Blog wird doch täglich gepflegt. Er transportiert immer neues Wissen, neue Erkenntnis, neue Wahrheiten, neue Tutorials, neue Meinungen. Und dieser hier wird alle halbe Jahre mal mit einem Text versehen. Es kann sein, dass keine Sau die Einträge liest. Warum wird der nicht beworben? Was soll das blöde Rumgetexte und Gereime? Warum die Zeichnungen?

Ja, warum? Manchmal frage ich mich das auch. Aber dann merke ich, es gibt eben Zeiten, in denen man seine Eindrücke in Texten verarbeitet da rein stellen will, in diese virtuelle Welt. Denn wenn keine echten Menschen diese Welt betreten würden, dann könnte man sich das auch noch sparen.

Mein Alltag ist so durchschnittlich, mein Humor vielschichtig, mein Wissen beschränkt, meine Erkenntnis nur für mich durchschaubar, dass ich damit nicht alle zwanzig Minuten meine Mitmenschen penetrieren möchte. Dafür habe ich keine Zeit! Ich habe ein Leben zu leben und kann mich nicht mit selbstgemachten Problemen anderer beschäftigen. Manchmal ist es interessant zu wissen, ob es noch mehr Menschen mit ähnlichen Erkenntnissen und Meinungen gibt, manchmal kann man sich inspirieren lassen, aber immer, und das weiß ich mit Sicherheit, ist für mich die Konsistenz des Stuhlgangs eines Bürgers dieses oder eines anderen Staates absolut uninteressant!

Und ich kann nicht nachvollziehen, wie man sein großartiges Leben so lächerlich machen kann, dass man jeden feisten Querfurz der einem beim Verdrücken von Fast Food im Magen aufkeimt, im Netz kommentieren muss. Was interessiert mich, was derjenige der vor fünf Minuten noch aus dem Küchenfenster geschaut hat, jetzt auf seinem Teller hat? Was interessiert mich der Fußballer, der Medalliengewinner, das Supertalent, der Kasperkrauler und Polkarülpser und vor allem alle fucking 10 Minuten? Ein Smartphone ist bezeichnenderweise ein Hohn gegenüber dem, der es benutzt. Who´s smart when you comment a fart? Wenn das Telefon smarter ist, als der es benutzt, ist dann künstliche Intelligenz dem Menschen tatsächlich überlegen?

Youtuber, die zu Stars werden, weil sie den gleichen Schwachsinn machen, den die Masse im Alltag entweder nicht oder genauso exzessiv betreibt. Man will höher, schneller und weiter sich zum Spacken machen. Und es wird immer so feiste Typen wie mich geben, die das scheiße finden. Dürfen. Zum Glück noch.

Menschen, die lächerlich billig gezeichnete Manga-Dinosaurier in Parks jagen, sich in verkackten Arenen bekämpfen, ihre Umwelt nur noch durch Google Maps erkennen und sich mit Drecks-Fitnessarmbändern ihre Gesundheit optimieren möchten. "Ja, sonst würde man sich ja überhaupt nicht mehr bewegen!" Was soll ich davon halten? Fuck, was ist aus der Einfachheit geworden? Freude an normalen Begebenheiten und Dingen? Wer macht den Müll weg? Wer spült ab, wer macht sauber, wer kocht, wer weiß was er gerade wirklich tut?

Verteilen ist besser als Verurteilen, ich weiß. Daher verteil ich diese metaphorischen Hiebe, verurteilen tut sich jeder selbst, nach seinem Stand des Wissens und Gewissens.

Die Erde ist eine Scheibe


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Wieder mal ist es soweit.

Es wird behauptet die Erde sei eine Scheibe. Und es ist wohl gemeint, die Welt ist eine Scheibe.

Eine Mattscheibe. Ein Display. Blinkende digitale Gehirnmanipulation zum Scrollen.

Für manchen spielt seine Welt nur noch vor und in einem virtuellen Raum statt. Und da er weiß, dass selbst dreidimensionale Welten auf einer glatten Scheibe möglich sind, begnügt er sich damit.

Bald kommt auch noch Duft aus einem Löchlein im Lautsprecher mit durchgeweht und die Illusion ist perfekt, selbst gewählt.

Da ist es wieder, das Loch;-)

Schlagwörter Medien, TV, Mattscheibe, Erde, Welt

Schwarzes Loch


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Man will wissen was ein schwarzes Loch Im Universum tat
Obwohl fast jeder von uns so eins Im Wohnzimmer hat
Aktiviert auf Knopfdruck wird Materie annulliert
Und der Geist In eine verkehrte Welt katapultiert
Er friert, wo es heiß ist, wo es kalt ist, rinnt ihm der Schweiß
Im Käfig der Geschichten denkt er, er weiß
Es scheint, als hätte jedes Ding seinen Preis
Für bare Münze hält, wer´s erlangt hat mit Fleiß
Gern auch mit Ehrgeiz verwechselt dieser Tage
So gibt man sich die Antwort schon lang vor der Frage
Die nie käme, wäre der Geist in der Lage
Sich mit der Seele zu vereinen wie das Gehirn mit dem Magen
In einem Körper Im Jetzt und Hier
Ist es das Wort, welches nach seiner Art vibriert
Medienspektakel wird zum Debakel
Was ist das nun, Parabel oder Fabel
Jeder sieht beim andern den Makel
Jeder merkelt und werkelt gut übern Berg ohne Bargeld
Konvex konkav krümmt sich das Schaf
Im Schlaf

Schlagwörter Film, Medien, Realität, schwarzes Loch, TV

Der technische Fortschritt...


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Der technische Fortschritt beinhaltet Rückschritt / Der Dieb sitzt im eigenen Haus /
Wer jetzt noch hinzu oder zurück tritt / Der Hieb trifft die Katz und die Maus /

Maske auf Maske ab wie im Karneval /
Faschingsball, Landtagswahl wird zur Landesqual /
Mit retuschierten Hirten auf großen Plakaten /
Stadträte beim Stadtraten wir wittern den Braten /
Mit Hacke und Spaten auf dünnen Pfaden /
Warten, viele warten anstatt zu starten /
Der breite Weg führt so oft in´s Verderben /
Scherben für die Erben die um Verständnis werben /
Geplapper und Geplärre via Satellit und Kabel /
Gezanke und Gezerre, jeder wetzt sich den Schnabel / Die Zunge wird zum Fallstrick wie beim Turmbau zu Babel / Zivilisiert im Kampf mit Messer und Gabel /

Dax rauf Dax runter, spekuliert wird munter / Lügen bunter, in Zügen runder, verzockter Plunder, oh Wunder / Ich seh verschenkte Chancen, versteckte Wanzen, verdeckte Angst vor Pflanzen /

Die so genannten Besten im Westen hoffen auf Obama / Ohne zu wissen wer ihn im Programm hat / Hoffen auf den Messias wie ein Dorf auf sein Ski-As / Hoffen auf Erlösung mit Spaß, auf Geldkarte und Pass / Vorwarnung via Denver Clan und Dallas / Licht auf Global Player mit Spots und Strahler / Die Prahler sind ganz schnell so viel schmaler / Das Schwein muss dran glauben, der fleißige Sparer /

Weltmarkt, Weltquark ist ziemlich geldstark / Die Wall Street ist des Brokers Vergnügungspark / Vergütungspark, wie ein Park nur ohne Parkbank / Dafür Banken so hoch wie King Kong´s Farbschrank / Spekuliert wird mit allem, ob gesund ob krank / Von weitem riecht man schon den Gestank / Und weil das so ist, wird verlagert in´s Netz / Das Leben künstlich in Szene gesetzt /

Gehetzt, weil wo kein Hirn da kein Dichter / Gesetz, weil wo kein Kläger kein Richter / Gesichter gepixelt, nackt im virtuellen Raum / Geschichten bespitzelt im individuellen Traum /